1985 entdeckten Archäologen bei Grabungen in der Nähe der Ortschaft Düna bei Osterode Erzrelikte, Erze, Metalle und Schlacken. Nähere Untersuchungen erbrachten den Nachweis, dass schon vor mehr als 2000 Jahren Bergbau im Harz betrieben wurde.
Erstmals urkundlich erwähnt im Jahre 968, wurde der Erzabbau am Rammelsberg bei Goslar. Dieser war auch die Grundlage für den Reichtum der ehemaligen Reichsstadt.
Der Beginn bergbaulicher Tätigkeit im Oberharz konnte mittels Grabungen auf das 9. Jahrhundert datiert werden. Seine Blüte erlebte das Oberharzer Bergwesen im 16. Jahrhundert mit dem Erlass von Bergfreiheiten und dem damit verbundenen Entstehen der „Sieben Oberharzer Bergstädte“. Vierhundert Jahre wurden hier Metalle wie Silber, Blei, Zink und nach 1850 auch Kupfer und Eisen gefördert.
Im 10. Jahrhundert begann um Elbingerode herum und später in den Gegenden um Hasselfelde und Neudorf, dem späteren Zentrum anhaltinischer Buntmetallförderung im Ostharz, die Förderung von vorwiegend Eisenerzen und Flussspat. Bei Straßberg wurde 1495 der Silberbergbau aufgenommen.
Daneben entwickelte sich laut alten Chroniken ab 1199 im Mansfelder Land die Gewinnung von vorwiegend Kupfer- und Silbererzen, Kalisalz und Kohle. Der Abbau erfolgte hier noch bis zur Mitte des 15. Jahrhunderts oberflächennah, erst danach mittels Bergbau.
Im 12. Jahrhundert begann mit dem Kupferschieferabbau im Raum Rottleberode der Bergbau im Südharz. Hier wurden neben Kupfer vorwiegend Eisen- und Manganerze und in der Gegend um Ilfeld Kohle abgebaut.
Bei ihrer ständigen Suche nach ertragreichen Erzvorkommen stießen die Bergleute oft auf natürliche Höhlen, die in der Vorzeit Menschen und Tieren als Wohnhöhlen dienten und in einigen Fällen mit beeindruckenden Naturschauspielen aufwarten können, wie die Tropfsteinhöhlen in Rübeland.
Während der Zeit des Zweiten Weltkriegs wurden Bereiche stillgelegter Bergwerke zu Luftschutzbunkern ausgebaut oder durch die Wehrmacht zu Munitionslagern. Als zum Ende des Krieges alliierte Bomber die Masse der deutschen Kriegsproduktion vernichteten, wurde diese unter Tage verlagert. Tausende von KZ Häftlingen mussten unter unmenschlichsten Bedingungen Stollen in die Berge treiben, wobei viele von ihnen ihr Leben ließen.
Im Mansfelder Land erlebte der Bergbau nach dem Krieg noch mal eine Blütezeit. Diese war aber nur von kurzer Dauer, denn schon 1990 schlossen die letzten Gruben ihre Pforten.
Das letzte noch fördernde Bergwerk im Oberharz, das Erzbergwerk Grund, stellte 1992 seine Arbeit ein. Mit der Stilllegung dieser Anlage fand der, seit dem Mittelalter ununterbrochen betriebene Bergbau auf Silber, Blei und Zink im Harz sein Ende.


Der Harz unter Tage